Risikobewertung niederfrequenter elektromagnetischer Felder

2.9.2.2  Zu Aussagen über Beeinflussung von biochemischen Reaktionen und Transportprozessen

SCENIHR 2015 verweist i.W. auf Sheppard (2008), dieser wesentlich auf Vaughan et al. (2005).  Als Fazit dieser Publikation steht die Aussage, dass schwache einwirkende (elektromagnetische) Felder keine chemischen Bindungen brechen können und nur die Geschwindigkeiten metabolischer biochemischer Reaktionen und Transportprozesse ändern können.

Positiv formuliert: Schwache einwirkende elektromagnetische Felder können die Geschwindigkeiten metabolischer biochemischer Reaktionen und Transportprozesse ändern. Dadurch können aber Störungen biologischer Prozesse verursacht werden.  

Das ist genau ein Beispiel dafür, was laut Aufgabenstellung an SCENIHR gesucht wird. Man könnte erwarten, dass diese Möglickeit dann auch von SCENIHR entsprechend betont und systematisch behandelt werden würde. Leider geht aber dieser zentrale Punkt im SCENIHR-Meinungspapier völlig unter. Er wird nur beim Unterpunkt „Radical Pair Mechanism“  angesprochen und – über ca. hundert Seiten verteilt – unsystematisch und bruchstückhaft bei Zell- und Tierexperimenten erwähnt. Dass dort in Anbetracht der vielen (bewusst oder unbewusst gewählten) unterschiedlichen Versuchsbedingungen auch unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten sind, ist eine zwangsläufige Folge und kann keinesfalls als Argument für die Ablehnung dieser Wirkungsmöglichkeit dienen. 

(siehe dazu auch Teil 1 (oben))